Pinterest Business-Account gesperrt?
Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Wenn dein Pinterest Business-Account, dein Produktkatalog oder dein Werbekonto gesperrt ist, sichere zuerst dein Geschäft: Kampagnen prüfen, Traffic-Zahlen sichern, Schadensprotokoll anlegen. Widersprich dann über den Weg in der E-Mail oder den Hilfebereich und erkläre, was du verkaufst. In der EU gelten für dich der Digital Services Act und möglicherweise die P2B-Verordnung mit zusätzlichen Rechten für Unternehmen.
Was genau ist betroffen?
Bei Pinterest hängen mehrere Teile zusammen. Prüf, was bei dir gesperrt ist:
- Business-Account: Du kommst nicht mehr rein, alle Pins sind unsichtbar.
- Produktkatalog: Deine Produkt-Pins werden nicht mehr aktualisiert oder ausgespielt.
- Werbekonto: Anzeigen laufen nicht mehr, oder neue Kampagnen werden abgelehnt.
- Domain: Pinterest blockiert Links zu deinem Shop, auch wenn andere sie pinnen.
Mach Screenshots von jedem Hinweis, im Business-Bereich, im Werbebereich und in den E-Mails.
Den Shop absichern
- Kampagnen prüfen. Wenn du noch Zugang zum Werbebereich hast, schau, ob Budget weiterläuft.
- Statistiken sichern. Screenshots aus deinem Shop-System oder Analyse-Tool, die zeigen, wie viel Traffic und Umsatz über Pinterest kam.
- Kunden auf anderen Wegen erreichen. Newsletter, Instagram, Google Shopping. So fängst du einen Teil auf.
- Katalog prüfen. Gibt es Produkte, die gegen die Händlerrichtlinien verstoßen könnten? Etwa Gesundheitsversprechen oder Markenartikel ohne Berechtigung? Nimm sie vorerst raus.
Ein Schadensprotokoll führen
Ab dem ersten Tag der Sperre schreibst du auf:
- Traffic und Umsätze aus Pinterest vor der Sperre, mit Belegen
- gestoppte Kampagnen und nicht ausgegebenes Budget
- verpasste Saisonaktionen, wenn du sie belegen kannst
- Zeit, die du mit dem Fall verbringst
Nur Belegbares zählt. Ein sauberes Protokoll ist für eine Schlichtungsstelle oder ein Gericht viel wert.
Deine Rechte als Unternehmen in der EU
Digital Services Act (DSA). Pinterest muss eine Sperre, das Entfernen von Pins oder eine eingeschränkte Sichtbarkeit klar begründen: Fakten, Regel, ob automatische Systeme beteiligt waren und wie du widersprechen kannst. Du kannst dich mindestens sechs Monate lang kostenlos intern beschweren. Und du kannst eine Schlichtungsstelle einschalten. Appeals Centre Europe, User Rights und Platform Control nennen Pinterest ausdrücklich. Sie entscheiden innerhalb von 90 Tagen nach Eingang deiner Beschwerde.
P2B-Verordnung. Wenn du Pinterest gewerblich nutzt, um Kunden zu erreichen, kann die P2B-Verordnung (EU) 2019/1150 gelten. Dann muss Pinterest eine Einschränkung oder Sperre begründen und dir vor einer endgültigen Kündigung in der Regel mindestens 30 Tage Vorlauf geben, mit Ausnahmen. Ob das bei dir zutrifft, hängt von den Umständen ab.
DSGVO. Du kannst eine kostenlose Kopie deiner Daten verlangen. Pinterest muss innerhalb eines Monats antworten.
Außerhalb der EU bleibt dir vor allem der Einspruch bei Pinterest und dein Vertrag als Werbekunde.
Was du vermeiden solltest
- Keinen neuen Business-Account für denselben Shop anlegen.
- Keine neue Domain einrichten, nur um die Sperre zu umgehen.
- Keinen Agenturen Zugang geben, die eine „garantierte Freischaltung“ versprechen.
Wenn nur deine Website blockiert ist, lies Pinterest eingeschränkt. Bei einer endgültigen Sperre hilft Pinterest dauerhaft gesperrt.
Der kostenlose Sperre-Check zeigt dir, ob für dich auch Unternehmensrechte gelten. Alles zu Pinterest findest du auf der Pinterest Übersicht.
Was du verlieren kannst
Eine Sperre bei Pinterest nimmt dir mehr als ein Profil. Überleg dir, was alles an dem Account hängt, bevor du entscheidest, was du tust.
- Fotos, Videos und Beiträge aus vielen Jahren, die du vielleicht nirgends sonst gespeichert hast
- Nachrichten und Kontakte, manchmal der einzige Weg zu bestimmten Menschen
- Die Follower, Abonnenten oder die Community, die du aufgebaut hast
- Einnahmen: Verkäufe, Kooperationen, Auszahlungen und Kundschaft, die dich dort findet
- Andere Apps und Websites, bei denen du dich mit diesem Account anmeldest
Speziell bei Pinterest
- Laut Pinterests Nutzungsbedingungen kann Pinterest deine Inhalte nach der Kündigung eines Kontos eine angemessene Zeit lang für Backup, Archiv oder Prüfung behalten.
- Die Rückkehr. Laut Pinterests Nutzungsbedingungen kannst du nach einer Sperre nicht zu Pinterest zurück, außer Pinterest hat etwas anderes zugesagt.
Fristen, die schon laufen
- Laut Pinterests Hilfeseiten kannst du eine Entscheidung zu deinem Konto innerhalb von sechs Monaten anfechten, im Bereich für Meldungen und Verstöße.
- Beschwerde bei Pinterest: mindestens sechs Monate lang möglich, ab dem Tag, an dem Pinterest dich über die Entscheidung informiert hat (DSA Art. 20).
- Kopie deiner Daten: kostenlos, und Pinterest muss innerhalb eines Monats nach deinem Antrag antworten (DSGVO Art. 15). Am besten fragst du gleich danach.
Häufige Fragen
Was passiert mit meinem Produktkatalog, wenn Pinterest mich sperrt?
Während der Sperre werden deine Produkt-Pins in der Regel nicht mehr ausgespielt. Dein Shop selbst läuft weiter, nur der Traffic von Pinterest fehlt. Prüf im Business-Bereich, ob der Katalog einen eigenen Hinweis zeigt.
Kann Pinterest mein Werbekonto separat sperren?
Ja. Werbekonten können eigene Einschränkungen bekommen, zum Beispiel wegen Werberichtlinien oder Zahlungsproblemen. Die Hinweise dazu stehen im Werbebereich von Pinterest. Prüf dort, ob Kampagnen gestoppt sind.
Gilt die P2B-Verordnung für Pinterest Shops?
Das kann sein, wenn du Pinterest gewerblich nutzt, um Kunden zu erreichen, etwa mit Produkt-Pins. Ob sie greift, hängt vom Einzelfall ab. Wenn ja, hast du Anspruch auf eine Begründung und meist auf mindestens 30 Tage Vorlauf vor einer Kündigung.
Was gehört in ein Schadensprotokoll?
Traffic und Umsätze, die vorher über Pinterest kamen, mit Belegen. Dazu gestoppte Kampagnen und die Zeit, die du mit dem Fall verbringst. Schreib nur auf, was du nachweisen kannst.
Geprüft anhand von: help.pinterest.com, help.pinterest.com