LinkedIn Business-Account gesperrt?
Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Wenn bei LinkedIn eine Unternehmensseite, ein Werbekonto oder ein bezahlter Zugang wie Sales Navigator betroffen ist, sichere zuerst den laufenden Betrieb: zweiten Admin aktivieren, Kampagnen prüfen, Kunden über andere Kanäle informieren. Widersprich dann schriftlich über den Weg in der Meldung. In der EU gelten für dich der Digital Services Act und möglicherweise die P2B-Verordnung, die Unternehmen zusätzliche Rechte gibt.
Was genau ist gesperrt?
Bei LinkedIn hängt fast alles an deinem persönlichen Profil. Unternehmensseiten, Werbekonten und Abos werden darüber verwaltet. Prüf deshalb zuerst, was betroffen ist:
- Dein Profil ist gesperrt: Du kommst an nichts mehr heran, auch nicht an die Unternehmensseite.
- Nur die Unternehmensseite hat ein Problem: Zum Beispiel wurde ein Beitrag entfernt oder die Seite eingeschränkt.
- Nur das Werbekonto ist eingeschränkt: Im Campaign Manager laufen keine Anzeigen mehr.
- Ein Abo ist betroffen: Sales Navigator oder Recruiter nutzt du über dein Profil. Prüf, ob sie noch funktionieren.
Den Betrieb sofort absichern
- Zweiten Admin nutzen. Gibt es eine Kollegin oder einen Kollegen mit Admin-Rechten für die Seite, übernimmt diese Person jetzt. Wenn nicht: Das ist die wichtigste Lehre für danach.
- Kunden und Kandidaten informieren. Schreib per E-Mail, dass du über LinkedIn gerade nicht erreichbar bist.
- Laufende Kampagnen prüfen. Wer Zugang zum Campaign Manager hat, sollte nachsehen, ob noch Geld fließt.
- Rechnungen sichern. Lade Belege für Abos und Werbung herunter, solange es geht.
Ein Schadensprotokoll führen
Für Selbstständige, Recruiter und Agenturen kostet eine Sperre schnell Geld. Halte das ab dem ersten Tag fest:
- abgesagte oder geplatzte Termine und Aufträge
- Kosten für Abos, die du nicht nutzen konntest
- Kampagnen, die gestoppt wurden
- Zeit, die du mit dem Fall verbringst
Notier nur, was du belegen kannst. Ein ehrliches Protokoll ist bei einer Schlichtungsstelle oder vor Gericht wertvoll.
Deine Rechte als Unternehmen in der EU
Digital Services Act (DSA). LinkedIn muss dir eine klare Begründung geben: Fakten, Regel, ob automatische Systeme beteiligt waren und wie du widersprechen kannst. Du kannst dich mindestens sechs Monate lang kostenlos intern beschweren. Und du kannst zu einer zertifizierten Schlichtungsstelle gehen. User Rights nennt LinkedIn ausdrücklich. Die Stelle entscheidet innerhalb von 90 Tagen nach Eingang deiner Beschwerde.
P2B-Verordnung. Wenn du LinkedIn als Unternehmen nutzt, um Kunden zu erreichen, kann die P2B-Verordnung (EU) 2019/1150 gelten. Dann muss LinkedIn eine Einschränkung oder Sperre begründen. Vor einer endgültigen Kündigung muss es dir in der Regel mindestens 30 Tage vorher Bescheid geben, mit Ausnahmen. Ob die Verordnung auf deinen Fall passt, hängt von den Umständen ab.
DSGVO. Du kannst eine kostenlose Kopie deiner personenbezogenen Daten verlangen. LinkedIn muss innerhalb eines Monats antworten.
Außerhalb der EU bleibt dir vor allem der Weg über LinkedIn selbst und dein Vertrag.
Was du vermeiden solltest
- Kein neues persönliches Profil anlegen, um die Unternehmensseite zu retten.
- Niemandem Admin-Rechte geben, der dir „Rettung“ verspricht.
- Kein Passwort an Agenturen oder Dienste weitergeben.
Ist nur dein Profil eingeschränkt, hilft dir LinkedIn eingeschränkt. Bei einer endgültigen Sperre lies LinkedIn dauerhaft gesperrt.
Der kostenlose Sperre-Check zeigt dir, ob für dich auch Unternehmensrechte gelten. Alles zu LinkedIn steht auf der LinkedIn Übersicht.
Was du verlieren kannst
Eine Sperre bei LinkedIn nimmt dir mehr als ein Profil. Überleg dir, was alles an dem Account hängt, bevor du entscheidest, was du tust.
- Fotos, Videos und Beiträge aus vielen Jahren, die du vielleicht nirgends sonst gespeichert hast
- Nachrichten und Kontakte, manchmal der einzige Weg zu bestimmten Menschen
- Die Follower, Abonnenten oder die Community, die du aufgebaut hast
- Einnahmen: Verkäufe, Kooperationen, Auszahlungen und Kundschaft, die dich dort findet
- Andere Apps und Websites, bei denen du dich mit diesem Account anmeldest
Speziell bei LinkedIn
- Laut LinkedIns Datenschutzerklärung kann LinkedIn einige deiner Daten auch nach dem Schließen des Kontos behalten, zum Beispiel um Missbrauch zu verhindern, wenn das Konto eingeschränkt wurde.
Fristen, die schon laufen
- Beschwerde bei LinkedIn: mindestens sechs Monate lang möglich, ab dem Tag, an dem LinkedIn dich über die Entscheidung informiert hat (DSA Art. 20).
- Kopie deiner Daten: kostenlos, und LinkedIn muss innerhalb eines Monats nach deinem Antrag antworten (DSGVO Art. 15). Am besten fragst du gleich danach.
Häufige Fragen
Was passiert mit meiner Unternehmensseite, wenn mein Profil gesperrt ist?
Die Unternehmensseite bleibt meist bestehen, aber du kannst sie mit einem gesperrten Profil nicht verwalten. Gibt es einen zweiten Admin, kann diese Person weiterarbeiten. Deshalb lohnt es sich, immer mindestens zwei Admins einzutragen.
Kann LinkedIn mein Werbekonto separat sperren?
Ja. Werbekonten im Campaign Manager können eigene Einschränkungen bekommen, etwa wegen Zahlungsproblemen oder Anzeigenrichtlinien. Die Hinweise dazu stehen meist direkt im Campaign Manager. Prüf dort, was genau betroffen ist. Laut LinkedIn kann ein Werbekonto auch pausiert werden, wenn jemand mit Zugriff darauf ein eingeschränktes Profil hat.
Bekomme ich Geld für Sales Navigator oder Recruiter zurück?
Das hängt von deinem Vertrag mit LinkedIn ab. Schau in deine Rechnungen und Vertragsbedingungen und frag beim Kundenservice schriftlich nach. Halte die Antwort fest.
Gilt die P2B-Verordnung für LinkedIn?
Das kann sein, wenn du LinkedIn als Unternehmen nutzt, um Kunden zu erreichen. Ob sie greift, hängt von deinem Fall ab. Wenn ja, hast du Anspruch auf eine Begründung und meist auf mindestens 30 Tage Vorlauf vor einer Kündigung.
Geprüft anhand von: linkedin.com, linkedin.com